Wahlrechtsprofil
Schweden
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Verhältniswahl für einen Einkammer-Reichstag mit 349 Sitzen, gewählt alle vier Jahre an einem festen Termin — dem zweiten Sonntag im September — gleichzeitig mit den Regional- und Gemeinderäten. Die Sitze werden nach dem modifizierten Sainte-Laguë-Verfahren mit einer landesweiten Sperrklausel von 4 % verteilt.
Profil zuletzt überprüft am July 23, 2026
Schweden führt eine der administrativ konventionellsten Wahlen in Europa durch: ausschließlich Papierstimmzettel, Auszählung per Hand, ein fester Termin, den niemand verschieben kann, und eine ständige Wahlbehörde. Damit bleiben nur wenige der technischen Angriffsflächen, die anderswo die Debatte über Wahlintegrität prägen, und die Fragen, die sich stellen, verlagern sich auf das Informationsumfeld rund um den Wahlkampf — sowie auf ein seit Langem kritisiertes Merkmal des Wahllokals selbst, in dem Stimmzettel offen ausliegen und die Wahlentscheidung einer Wählerin oder eines Wählers beobachtet werden kann, während sie oder er einen nimmt.
Wie die Stimmabgabe heute funktioniert
- Wahlalter
- 18 und älter
- Wählerregistrierung
- Automatisch
- Ausweis
- Jedes Ausweisdokument
- Wahlpflicht
- Nein
- Briefwahl
- Eingeschränkt
- Vorzeitige Stimmabgabe
- Für alle verfügbar
- Online-Wahl
- Nicht verfügbar
- Stimmabgabe aus dem Ausland
- Für alle verfügbar
Das Wählerverzeichnis wird automatisch aus dem Bevölkerungsregister erstellt, und jeder Wahlberechtigten und jedem Wahlberechtigten wird eine Wahlkarte zugestellt. Wählerinnen und Wähler weisen sich mit einem Dokument aus oder werden von einer bekannten Person bestätigt. Die vorzeitige Stimmabgabe läuft etwa drei Wochen vor dem Wahltag in Bibliotheken und anderen öffentlichen Einrichtungen; die Briefwahl ist für Wahlberechtigte im Ausland vorgesehen.
Wie sich das Wahlrecht verändert hat
Jeder Eintrag dokumentiert eine Änderung darin, wer wählen durfte oder wie — Ausweitungen, Einschränkungen und Verfahrensreformen gleichermaßen.
- 1862Ausweitung
Das kommunale Wahlrecht wurde geschlechtsneutral formuliert, sodass Frauen, die Eigentum besaßen und über einer Schwelle Steuern zahlten, lokal wählen konnten — eine enge Öffnung, begrenzt durch Vermögen und nicht durch das Geschlecht.
- 1909Ausweitung
Allgemeines Männerwahlrecht für die Zweite Kammer, wodurch das gestaffelte Eigentumswahlrecht für Männer beendet wurde.
- 1919Ausweitung
Das Parlament verabschiedete das allgemeine und gleiche Wahlrecht für Frauen und Männer bei nationalen Wahlen.
- 1921Ausweitung
Die erste allgemeine Wahl, bei der Frauen ab 23 Jahren wählten. Fünf Frauen zogen in den Reichstag ein.
- 1975Ausweitung
Das Wahlalter wurde auf 18 Jahre gesenkt, und ansässige ausländische Staatsangehörige erhielten das Wahlrecht bei kommunalen und regionalen — jedoch nicht nationalen — Wahlen.
Sicherungen bei der Auszählung
- Stimmzettelart
- Papierstimmzettel
- Nachwahlprüfung
- Nur gerichtliche Anfechtung
- Wahlverwaltung
- Unabhängige Kommission
- Inländische Beobachter
- Ja
- Internationale Beobachter
- Ja
Papierstimmzettel werden am Wahlabend im Wahllokal per Hand ausgezählt, in den Tagen danach von den Kreisverwaltungsbehörden vollständig nachgezählt, was die maßgebliche amtliche Auszählung ist. Die Wahlbehörde ist dauerhaft eingerichtet; Beschwerden gehen an das Wahlprüfungsboard. Es gibt keine elektronische Stimmabgabe und keine Internetwahl.
Wissenswertes
- Die Stimmzettel liegen im Wahllokal offen auf einem Tisch, ein Stapel pro Partei, sodass beobachtet werden kann, welchen Stapel eine Wählerin oder ein Wähler nimmt. Diese Anordnung wird seit Jahren von OSCE/ODIHR als unzureichend im Hinblick auf die Wahlgeheimnis kritisiert; abgeschirmte Stände sind inzwischen vorgeschrieben, doch das zugrunde liegende Design bleibt bestehen.
- Der Wahltermin ist gesetzlich festgelegt und wird nicht von der Regierung bestimmt, sodass kein Ministerpräsident eine Wahl zu seinem Vorteil terminieren kann — eine vorgezogene Wahl, die selten ist, setzt den Vierjahreszyklus nicht zurück.
Wahlen in der Datenbank
Personen
- RegierungschefMagdalena AnderssonMinisterpräsidentin von Schweden, 2021–2022
- RegierungschefUlf KristerssonSchwedischer Ministerpräsident nach der Wahl 2022
Erkunden
Quellen
- The development of democracy in Sweden— Sveriges riksdag
- 2026 elections — the Riksdag and regional and municipal councils— Valmyndigheten (Swedish Election Authority)
- How Swedish women won the right to vote— The Local Sweden