Frankreich
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Semipräsidentische Republik; der Präsident wird in einem zweistufigen System durch direkte Volkswahl gewählt, wobei Papierstimmzettel von Hand ausgezählt werden.
Profil zuletzt überprüft am July 23, 2026
Frankreich hat seit 1848 das allgemeine Männerwahlrecht, gewährte Frauen jedoch erst 1944 das Wahlrecht, später als die meisten Länder Westeuropas. Die Fünfte Republik machte das Präsidentenamt 1962 direkt wählbar und senkte das Wahlalter 1974 auf 18 Jahre. Frankreich ist zudem eine der wenigen Demokratien, die die Briefwahl vollständig abgeschafft haben: Sie wurde 1975 nach dokumentiertem Betrug abgeschafft und durch die Stimmabgabe per Vollmacht ersetzt. Die Stimmzettel sind weiterhin aus Papier, werden von Hand und öffentlich ausgezählt, in der Regel von Wählern, die aus dem Wahllokal selbst gezogen werden.
Wie die Stimmabgabe heute funktioniert
- Wahlalter
- 18 und älter
- Wählerregistrierung
- Gemischt
- Ausweis
- Lichtbildausweis erforderlich
- Wahlpflicht
- Nein
- Briefwahl
- Nicht verfügbar
- Vorzeitige Stimmabgabe
- Nicht verfügbar
- Online-Wahl
- Eingeschränkt
- Stimmabgabe aus dem Ausland
- Für alle verfügbar
Bürger werden mit 18 Jahren automatisch eingetragen, wenn sie die Bürgerzählung abgeschlossen haben; andernfalls müssen sie sich selbst registrieren. In Gemeinden mit mehr als 1.000 Einwohnern ist zur Stimmabgabe ein Identitätsnachweis erforderlich. Eine Briefwahl gibt es überhaupt nicht: Ein Wähler, der nicht erscheinen kann, benennt eine Vertrauensperson. Die Internetwahl gibt es nur für im Ausland lebende Bürger und nur bei Parlamentswahlen.
Wie sich das Wahlrecht verändert hat
Jeder Eintrag dokumentiert eine Änderung darin, wer wählen durfte oder wie — Ausweitungen, Einschränkungen und Verfahrensreformen gleichermaßen.
- 1848Ausweitung
Das allgemeine Männerwahlrecht wurde eingeführt.
- 1944Ausweitung
Eine Verordnung gewährte Frauen das Wahlrecht; sie stimmten 1945 erstmals ab.
- 1962Reform
Ein Referendum machte den Präsidenten direkt vom Volk statt von einem Wahlkollegium gewählt.
- 1974Ausweitung
Das Wahlalter wurde von 21 auf 18 Jahre gesenkt.
- 1975Einschränkung
Die Briefwahl wurde nach dokumentiertem Betrug abgeschafft. Ein Wähler, der nicht erscheinen kann, muss stattdessen eine Vertrauensperson benennen, die in seinem Namen abstimmt.
- 2012Ausweitung
Die Internetwahl wurde für im Ausland lebende Bürger bei Parlamentswahlen eingeführt; sie wurde 2017 aus Sicherheitsgründen ausgesetzt und später wieder eingeführt.
Sicherungen bei der Auszählung
- Stimmzettelart
- Papierstimmzettel
- Nachwahlprüfung
- Nur gerichtliche Anfechtung
- Wahlverwaltung
- Gemischt / dezentralisiert
- Inländische Beobachter
- Ja
- Internationale Beobachter
- Ja
Wähler legen einen Papierstimmzettel in einen Umschlag, und die Auszählung erfolgt von Hand, öffentlich, im Wahllokal — üblicherweise durch die Wähler selbst und nicht allein durch Amtsträger. Der Verfassungsrat entscheidet über die Gültigkeit von Präsidentschaftswahlen und Referenden; die Verwaltung liegt beim Innenministerium und den Gemeinden.
Wissenswertes
- Frankreich schaffte die Briefwahl 1975 nach dokumentiertem Betrug ab und hat sie nie wieder eingeführt — ein Wähler, der nicht erscheinen kann, benennt stattdessen eine Vertrauensperson.
- Die Stimmzettel werden öffentlich von Bürgern ausgezählt, die aus dem Wahllokal gezogen werden, wodurch die Auszählung für jeden, der erscheint, beobachtbar ist.
Wahlen in der Datenbank
Personen
- KandidatBenoît HamonPräsidentschaftskandidat, Frankreich
- StaatsoberhauptEmmanuel MacronPräsident von Frankreich
- KandidatFrançois FillonPräsidentschaftskandidat, Frankreich
- KandidatJean-Luc MélenchonPräsidentschaftskandidat, Frankreich
- KandidatMarine Le PenPräsidentschaftskandidatin, Frankreich
Quellen
- Elections in France — election observation reports— OSCE Office for Democratic Institutions and Human Rights
- Ministry of the Interior — elections— Ministère de l'Intérieur
- Voter Turnout Database— International IDEA