Polen
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Parlamentarische Republik; der Präsident wird in einem zweistufigen System direkt vom Volk gewählt; die Wahlen werden von der Staatlichen Wahlkommission (PKW) durchgeführt.
Profil zuletzt überprüft am July 23, 2026
Das Wahlrecht in Polen war von dem Moment an allgemein, als der Staat wieder auf die Landkarte zurückkehrte: Das Dekret vom November 1918, das den ersten Sejm einberief, gewährte Frauen und Männern das Wahlrecht zu identischen Bedingungen. Dieses Wahlrecht wurde unter kommunistischer Herrschaft ausgehöhlt, als Wahlen zwar fortgesetzt wurden, aber nicht mehr wettbewerblich waren, und zwischen 1989 und 1991 schrittweise wiederhergestellt. Heute erfolgt die Stimmabgabe auf Papier, die Registrierung automatisch über das Bevölkerungsregister, und die Auszählung wird von der Staatlichen Wahlkommission durchgeführt; über die Gültigkeit entscheidet der Oberste Gerichtshof.
Wie die Stimmabgabe heute funktioniert
- Wahlalter
- 18 und älter
- Wählerregistrierung
- Automatisch
- Ausweis
- Jedes Ausweisdokument
- Wahlpflicht
- Nein
- Briefwahl
- Eingeschränkt
- Vorzeitige Stimmabgabe
- Nicht verfügbar
- Online-Wahl
- Nicht verfügbar
- Stimmabgabe aus dem Ausland
- Für alle verfügbar
Wählerinnen und Wähler erscheinen automatisch im Register, das aus dem PESEL-Bevölkerungsregister erstellt wird; es gibt daher keinen gesonderten Registrierungsschritt. Die Briefwahl steht bestimmten Gruppen zur Verfügung — Wählerinnen und Wählern mit Behinderungen, in Isolation befindlichen Wählerinnen und Wählern sowie Wählerinnen und Wählern im Ausland — und nicht allen. Bürgerinnen und Bürger außerhalb des Landes stimmen in konsularischen Wahllokalen ab.
Wie sich das Wahlrecht verändert hat
Jeder Eintrag dokumentiert eine Änderung darin, wer wählen durfte oder wie — Ausweitungen, Einschränkungen und Verfahrensreformen gleichermaßen.
- 1918Ausweitung
Das Dekret über die Wahlen zum Gesetzgebenden Sejm gewährte allen Bürgerinnen und Bürgern ab 21 Jahren das Wahlrecht — Frauen und Männern zu denselben Bedingungen, eines der frühesten allgemeinen Wahlrechte in Europa.
- 1952Einschränkung
Die Verfassung der Polnischen Volksrepublik behielt Wahlen bei, beendete jedoch den Wettbewerb: Den Wählerinnen und Wählern wurde eine einzige genehmigte Liste vorgelegt, sodass die Stimmabgabe nicht mehr darüber entschied, wer regierte.
- 1989Ausweitung
Das Abkommen am Runden Tisch führte teilweise freie Wahlen herbei — der gesamte Senat und 35 % der Sejm-Sitze wurden offen bestritten, und das Ergebnis durchbrach das Einparteienmonopol.
- 1990Ausweitung
Das Präsidentenamt wurde durch direkte Volkswahl in einem Zwei-Runden-System besetzt und ersetzte damit die Wahl durch die Nationalversammlung.
- 1991Ausweitung
Die ersten vollständig freien Parlamentswahlen der Dritten Republik fanden statt, ohne dass Sitze im Voraus reserviert waren.
- 1997Reform
Die geltende Verfassung legte das Wahlalter auf 18 Jahre fest und garantierte ein allgemeines, gleiches, unmittelbares und geheimes Wahlrecht.
- 2011Reform
Ein konsolidiertes Wahlgesetz ersetzte die einzelnen Gesetze, die zuvor jede Wahlart geregelt hatten, und führte die Briefwahl ein.
- 2018Reform
Eine Änderung des Wahlgesetzes veränderte die Zusammensetzung der Staatlichen Wahlkommission: Sieben ihrer neun Mitglieder werden nun vom Sejm gewählt und nicht mehr aus der höheren Richterschaft ernannt.
Sicherungen bei der Auszählung
- Stimmzettelart
- Papierstimmzettel
- Nachwahlprüfung
- Nur gerichtliche Anfechtung
- Wahlverwaltung
- Unabhängige Kommission
- Inländische Beobachter
- Ja
- Internationale Beobachter
- Ja
Die Stimmzettel sind aus Papier und werden in den Wahlbezirkskommissionen von Hand ausgezählt. Es gibt keine routinemäßige statistische Prüfung der Auszählung; Streitigkeiten werden stattdessen über Wahlproteste weitergeleitet, und der Oberste Gerichtshof entscheidet über die Gültigkeit der Wahl. OSCE/ODIHR hat jüngere polnische Wahlen beobachtet.
Wissenswertes
- Polnische Frauen stimmten bei der allerersten Wahl des wiederhergestellten Staates ab — dasselbe Dekret von 1918 gewährte beiden Geschlechtern das Wahlrecht, Jahre bevor Frauen in Frankreich, Italien oder der Schweiz wählen konnten.
- Die Wahlbeteiligung bei der Parlamentswahl 2023 erreichte rund 74 % und damit den höchsten Wert bei einer polnischen Wahl seit der teilweise freien Abstimmung von 1989.
Wahlen in der Datenbank
Personen
- KandidatGrzegorz BraunPräsidentschaftskandidat, Polen
- StaatsoberhauptKarol NawrockiPräsident von Polen
- KandidatRafał TrzaskowskiPräsidentschaftskandidat, Polen
- KandidatSławomir MentzenPräsidentschaftskandidat, Polen
Quellen
- Elections in Poland — election observation reports— OSCE Office for Democratic Institutions and Human Rights
- Państwowa Komisja Wyborcza (State Electoral Commission)— PKW
- Voter Turnout Database— International IDEA